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Fünf neue Notfallseelsorgerinnen im Kreis Steinfurt begrüßt

Beauftragungsgottesdienst fand in St. Georg, Saerbeck, statt

 

Emsdetten. Es gibt Situationen, in denen die menschliche Psyche schlichtweg überfordert ist. Wenn Angehörige plötzlich sterben, einfach nicht mehr da sind, fühlt es sich manchmal so an, als würde der Boden unter den Füßen nachgeben. Dann ist es wichtig, jemanden an der Seite zu haben, der in Krisensituation beratend und helfend zur Seite steht. Hier kommen die Notfallseelsorgenden ins Spiel. Überbringt die Polizei die schlimme Nachricht, dass ein Angehöriger zum Beispiel bei einem Autounfall verstarb, leisten diese Menschen Erste Hilfe für die Seele.

Am 17. November wurde in der Kirche St. Georg, Saerbeck, ein Beauftragungsgottesdienst gefeiert, der fünf neue Notfallseelsorgerinnen für den Kreis Steinfurt begrüßte. Superintendent André Ost, Kirchenkreis Tecklenburg, Alexandra Hippchen, landeskirchliche Pfarrerin für Notfallseelsorge und Notfallbegleitung in der Region Münsterland, Koordinator Diakon Eugen Chrost, Psychologe Tobias Bendfeld und Pfarrerin Miriam Seidel spendeten den Segen.

So ziehen sich zukünftig Karin Elsner, Julia Behrens, Ulrike Raupach, Vivien Jacobs und Sabine Tenanbergen die fliederfarbigen Notfallseelsorger-Westen an, wenn sie zum Einsatz gerufen werden. Immer getreu dem Wort „Einer trage des anderen Last“ aus dem Brief des Paulus an die Galater.

Fünf neue Notfallseelsorgerinnen kümmern sich um erste Hilfe für die Seele. Hintere Reihe v.l.: Diakon Eugen Chrost, Superintendent André Ost, Matthias Kaiser, Geschäftsführer Kreisdekanat Steinfurt, Tobias Bendfeld, Psychologe, Pfarrerin Miriam Seidel und Sabine Tenanbergen. Reihe vorn v. l. Pfarrerin Alexandra Hippchen, Karin Elsner, Julia Behrens, Ulrike Raupach und Vivien Jacobs, vier der neuen Notfallseelsorgerinnen. Foto: nix

Notfallseelsorge ist ein wechselseitiger Prozess. Was können die Helfer und die Betroffenen auf Augenhöhe voneinander lernen? „Dieser Dienst ist nicht einfach“, sagte Pfarrerin Hippchen, „aber er ist auch ungemein befriedigend, weil wir Menschen in schweren Stunden helfen, ihre Last zu tragen.“ Die seelsorgerische Arbeit werde nicht nur von engagierten Frauen und Männern getragen, sondern auch von Gott, betonte die Pfarrerin. „Sein Segen liegt auf unserer Arbeit.“

„Wir verstehen, dass Leid im Spiel ist, dass fühlen wir, wenn Menschen nicht wissen, wie es weiter geht.“ Allerdings stoße Notfallseelsorge manchmal auch an Grenzen. Es sei unmöglich zu helfen, wenn der andere es nicht wolle. Trotzdem ist es wichtig, durch teils dramatische Einsätze nicht gänzlich in Trübsal zu versinken, sondern auch der Fröhlichkeit im Leben noch Raum zu geben. „Freude stärkt“, betont Hippchen.

Udo Schwertheim, Jutta Kintrup, Monika Hölzel und Christoph Moormann wurden aus dem Notfallseelsorger-Dienst verabschiedet. Selbstverständlich nicht, ohne dass sie herzliche Dankesworte entgegennehmen durften.

„Es gibt zahlreiche Indikationen, die Notfallseelsorge notwendig machen“, so Pfarrerin Hippchen in einem Gespräch. Da passieren ein Verkehrsunfall oder auch ein tödlicher Unfall im häuslichen Bereich, der Rettungsdienst scheitert bei seinen Wiederbelebungsmaßnahmen oder ein Angehöriger begeht Suizid. Als „große Einsatzlagen“ gelten unter anderem die Amokfahrt 2018 in Münster oder die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021. Das sind ganz besondere Herausforderungen für die Notfallseelsorgenden. „Die Polizei hat die Hoheitspflicht, Todesnachrichten zu überbringen“, erläutert die Pfarrerin. „Wir begleiten sie, um die Menschen zu betreuen, nachdem sie eine furchtbare Nachricht entgegennehmen mussten.“

Text und Fotos: Rainer Nix



6. Westfälischen Tag der Notfallseelsorge am 15. Oktober im Haus Villigst

 



Bärenspende Borken. 5.220,00 Euro spendeten verschiedene  Bocholter Betriebe und die Volksbank Bocholt für die            Notfallseelsorge im Kreis Borken. Kinder, aber auch Jugendliche, gewinnen wieder Stabilität nach dem Tod eines geliebten Menschen, wenn sie einen Bären zum Sprechen und Kuscheln haben. Die Bärenspende für den Kreis Borken ist eine große Hilfe für die Notfallseelsorge. Pfarrerin Alexandra Hippchen bedankte sich bei der Initiatorin der Spende, Gisela Venderbosch, für die gute Idee.                                                                   13.10.2022

 



Neuer katholischer Notfallseelsorgekoordinator für Borken

Borken. Zum 1.09.2022 hat Pastoralreferent und Diakon Tobias Beck aus Vreden die vakante Stelle des katholischen Koordinators der Notfallseelsorge im Kreis Borken übernommen. Er ist Nachfolger des langjährigen katholischen Koordinators Robert Wobbe, der aus Krankheitsgründen seinen Dienst vor gut einem Jahr aufgeben musste. Pfarrerin Alexandra Hippchen, evangelische Koordinatorin der Notfallseelsorge Borken, freut sich über die Besetzung der Stelle und über den neuen, hoch engagierten Kollegen.



Impressionen vom

Zweiten Münsterländer Tag der Notfallseelsorge

mit Günter Nuth,
Brandamtsrat a.D. und langjähriger PSNV- Gastdozent,
im Institut der Feuerwehr Münster

 

am

29. April 2022, 16.30 Uhr – 22 Uhr 

 

Sie interessieren sich für die Inhalte des Veranstaltung?

Den Veranstaltungsflyer zum download finden Sie hier: Münsterländer Tag NFS

 

Schauen Sie auch gerne in den Bericht zum Zweiten Münsterländer Tag der Notfallseelsorge:

Kirchenkreis Tecklenburg oder Evangelischer Kirchenkreis Münster